Wasserzweckverband der Böhmfelder Gruppe
Ihr Wasserversorger für Böhmfeld, Hitzhofen, Hofstetten und Lippertshofen

Der erste Spatenstich

Am Dienstag, den 11. Dezember 1951, eröffnete Landrat Pappenberger mit dem ersten Spatenstich offiziell die Bauarbeiten für die Wasserversorgungsgruppe Böhmfeld. Es handelte sich um die Rohrleitung vom Brunnen zwischen Böhmfeld und Hofstetten hinauf nach Böhmfeld. Die Firmen Ganser (Hitzhofen) und Werler (Kipfenberg) begannen die Arbeiten mit 15 Notstandsarbeitern. Der Landrat sagte damals, dass der 11. Dezember für die Gemeinden um den Reisberg ein denkwürdiger Tag sei, weil an ihm nach vielen Planungen und vergeblichen Versuchen das große Projekt der Wasserversorgung in Angriff genommen werden konnte. Die Frauen, die bisher das Wasser hätten schleppen müssen, würden das besonders dankbar empfinden.

Gründung eines Zweckverbandes

Nachdem die wesentlichen Vorarbeiten durch das Landratsamt Eichstätt geleistet worden waren, gründeten die Beteiligten Ende 1951 einen Zweckverband. Die Gemeinderäte der 5 Gemeinden Böhmfeld, Hitzhofen, Hofstetten, Lippertshofen und Oberzell sowie der Kreistag des Landkreises Eichstätt stimmten der entsprechenden Satzung zu. Am 19. Dezember 1951 wurde der Zweckverband durch die Regierung von Oberbayern offiziell gebildet als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit der Aufgabe der Errichtung und des Betriebs einer gemeinnützigen Wasserversorgung.

Harte Knochenarbeit für 62 Pfennige

Franz Meyer aus Hitzhofen war als Rohrverleger dabei, als vor 50 Jahren die Rohrgräben ausgehoben, die Leitungsrohre verlegt und die Gräben wieder eingefüllt wurden. Mitgearbeitet hat er auch beim Herstellen der Hausanschlüsse. Er erinnert sich an die Bauarbeiten noch so genau, als wären sie erst voriges Jahr durchgeführt worden.

Einer von rund 100 „Notstandsarbeitern“ (Arbeitslose aus den umliegenden Ortschaften und Kriegsflüchtlinge aus dem Osten Deutschlands) sei er gewesen, erzählt Zeitzeuge Meyer. Das Arbeitsamt in Eichstätt habe sie damals ausgewählt und ihnen ihre Arbeitsplätze beim Wasserzweckverband zugewiesen. Es waren Männer zwischen 25 und 60 Jahren; gesund, kräftig und ausdauernd mussten sie sein und schnell arbeiten können.


Ihre Werkzeuge waren die bloßen Hände, Pickel, Spaten und Schaufeln. Wo der Untergrund wie auf dem Gelände des Hochbehälters am Reisberg nur noch aus Kalksteinfelsen bestand, kamen Pressluftbohrer zum Einsatz. Von einem Bagger hätten sie angesichts der kilometerlangen, anderthalb Meter tiefen Gräben im steinigen Boden und der 6 bis 7 Meter tiefen Braugrube für den Trinkwasserhochbehälter nur träumen können. Lediglich die Tiefbaufirma Kunz & Co. aus München habe einen Lanz-Schlepper im Einsatz gehabt.

Franz Meyer berichtet weiter, dass vor allem die Jüngeren von 25 bis 50 Jahren die schwere Grabarbeit verrichten mussten. Über Sicherheit am Arbeitsplatz machte sich keiner Gedanken: Es gab keine Schutzhandschuhe, keine Helme, keinen Atemschutz gegen die Staubwolken und die Abgase der Kompressoren, keinen Gehörschutz gegen den höllischen Lärm beim Felsenzertrümmern und auch keine Spundwände. Franz Meyer wundert sich noch heute: „Passiert ist nichts. Auch nicht in der 7 Meter tiefen Hochbehälterbaugrube, wo mächtige Kalksteinfelsen zertrümmert, Steinbrocken für Steinbrocken mit den Händen über 3 Etagen nach oben befördert oder in Förderwagen (Hunde) geladen werden mussten.“

Fritz Dausch aus Böhmfeld bediente die Seilwinde, zog die mit Kalksteinen vollgepackten Hunde auf einem Rollgleis noch oben, entlud sie und ließ sie wieder hinab. Anschließend lagerte er die aus der Tiefe herausgebrochenen Steine sorgfältig am Baugrubenrand. Ein Jahr lang wurde so in und an der Erdbehälterbaugrube gearbeitet. Böhmfelder Hausbauer holten sich die Kalkbruchsteine gerne als Baumaterial.

Niemand liebte diese enorme Knochenarbeit („Manchmal war’s fast die Hölle!“). Aber alle waren froh, dass sie Arbeit hatten und Geld verdienen konnten: Die Rohrverleger bekamen beispielsweise 62 Pfennige pro Stunde. Nur wenige leisteten sich ein Mittagessen für 1,00 DM oder ein Schmalzbrot für 50 Pfennige in einer Gaststätte. Die meisten brachten ihr Essen von zu Hause mit.